tag24.de – Rudolfplatz: Gedenk-Konzert für Kölner Drogentote

Köln – Zum Gedenktag für verstorbene Drogenabhängige findet am Samstag auf dem Rudolfplatz ein Konzert statt.

Am Samstag finden verschiedene Gedenkaktionen statt.
Am Samstag finden verschiedene Gedenkaktionen statt.

Der nationale Gedenktag für verstorbene Drogenabhängige findet seit 1998 jedes Jahr in Deutschland statt.

Initiiert wurde der Gedenktag vom Landesverband der Eltern und Angehörigen für humane und akzeptierende Drogenarbeit NRW e.V. auf Initiative von Jürgen Heimchen.

Zu diesem Anlass stehen in der Zeit von 12 bis 16 Uhr Klaus der Geiger und Rolly Brings, die Ska-Punk-Band The Schabernacks und die Wave-Formation Death Love And Acid auf der Bühne.

„20 Jahre Gedenktag – ein erfolgreiches Bündnis für Akzeptierende Drogenpolitik“: so lautet der Titel des diesjährigen Gedenktags am Samstag.

Für Köln fordern die Ausrichter des Gedenktags die zeitnahe Einrichtung der vom Rat beschlossenen Drogenkonsumräume und Anlaufstellen.

Laut dem Veranstalter „Verein für innovative Drogenselbsthilfe“ sind in den letzten 20 Jahren alleine in Deutschland mehr als 45.000 Menschen an Überdosierungen, den Folgen von Krankheit und den negativen Auswirkungen von Schwarzmarkt und Kriminalisierung, gestorben. 967 davon waren Kölner Mitbürgerinnen und Mitbürger.

Quelle: https://www.tag24.de/nachrichten/koeln-gedenktag-auf-dem-rudolfplatz-konzert-fuer-koelner-drogentote-696332

Artikel von abbvie

Stigma bekämpfen – Internationaler Gedenktag für verstorbene Drogengebrauchende

Menschen, die Drogen gebrauchen, haben ein erhöhtes Risiko für Infektionskrankheiten, dazu zählen unter anderem Hepatitis C oder HIV. Doch Betroffene müssen sich nicht nur mit den Erkrankungen selbst auseinandersetzen. Häufig sind sie mit Stigmatisierung konfrontiert, in vielen Fällen basierend auf Vorurteilen und Unwissenheit über die Krankheiten. Diese Ausgrenzungen im sozialen und beruflichen Umfeld können als starke psychische Belastung empfunden werden – und das kann wiederum reale Konsequenzen für die Gesundheit haben: Betroffene ziehen sich zurück und vermeiden das Gespräch. Sie wenden sich nicht an Ärzte und andere Institutionen, um sich zu informieren und adäquate Therapien zu erhalten. Wenn infizierte Drogengebrauchende also aus Angst vor Diskriminierung keine Anlaufstellen zur Aufklärung aufsuchen, kann das Stigma dazu beitragen, dass sich Infektionskrankheiten wie Hepatitis C weiter verbreiten.

Am Internationalen Gedenktag für verstorbene Drogengebrauchende finden in ganz Deutschland – und mittlerweile auch in einigen Städten im Ausland – jedes Jahr Mahnwachen, Gottesdienste und verschiedene Aktionen statt, um der Toten zu gedenken und über das Thema Drogengebrauch zu informieren. Bereits seit 1989 findet der Gedenktag jährlich am 21. Juli statt und geht auf eine Initiative des NRW-Landesverbandes der Eltern und Angehörigen für humane und akzeptierende Drogenarbeit e. V. zurück.

Auch für uns ist der Tag nicht nur ein Anlass, der Verstorbenen zu gedenken, sondern ein Aufruf und Auftrag: Niemand soll aus Furcht vor Stigmatisierung einen Arztbesuch vermeiden. Ziel des Engagements von AbbVie ist es, Diskriminierung und Ausgrenzung abzubauen. Deswegen engagieren wir uns in verschiedenen Projekten und Initiativen. Wertvolle Tipps, wie Menschen mit Hepatitis mit Diskriminierung umgehen und an wen sie sich wenden können, haben wir in der Broschüre Stärke zeigen – Hepatitis C und Ausgrenzung zusammengefasst. Weitere Informationen bietet ebenso der Artikel Stärke zeigen – Vorurteile abbauen!.

Artikel im Kölner Stadt-Anzeiger

Konzert für Kölner Drogentote

GEDENKTAG Auf dem Rudolfplatz spielt unter anderem Rolly Brings

Seit dem Jahr 1990 sind in Deutschland mehr als 39.000 Menschen durch den Konsum illegaler Drogen gestorben. Viele dieser Todesfälle wären vermeidbar gewesen – durch Aufklärung, Angebote zur Risikominimierung und Überlebenshilfe, kritisiert das Bündnis für eine akzeptierende Drogenpolitik. Am 21. Juli, dem Gedenktag für verstorbene Drogenabhängige, erinnern Eltern, Angehörige, Partner, Freunde und andere Kölner an die „Drogentoten“.

Zum Gedenktag findet am kommenden Samstag, 21. Juli, auf dem Rudolfplatz ein Konzert statt. In der Zeit von 12 bis 16 Uhr stehen unter anderem die Liedermacher Klaus der Geiger und Rolly Brings, die Ska-Punk-Band The Schabernacks und die Wave-Formation Death Love And Acid auf der Bühne. Zusätzlich werden Szenen aus dem Theaterstück „Drugland“ gezeigt. Eva Schaaf, Pfarrerin der Justizvollzugsanstalt Ossendorf, hält eine Gedenkrede. Gegen 15 Uhr wird es verschiedene Gedenkaktionen mit Fackeln und Ballonflug geben. Zum Gedenktag kommen auch Vertreter der Kölner Sucht- und Selbsthilfe sowie von verschiedenen Abteilungen der Stadt Köln zusammen, um auf Angebote hinzuweisen und den Ausbau niedrigschwelliger Hilfe einzufordern. Organisatoren der Veranstaltung sind die Stadt, die Aidshilfe, Alexianer, Jobcenter und andere Initiativen. (red) www.gedenktag.koeln

Video von der Gedenkfeier in Kalk 2017

Video-Aufnahmen vom Internationalen Gedenktag für verstorbene Drogengebraucher*innen am 21.07.2017 in Köln Kalk mit der Begrüßungsrede von Marco Jesse (VISION e.V.) und dem Grußwort vom Bezirksbürgermeister Marco Pagano. Das musikalische Programm wurde mit lautem Sound von der Punk-Band „Alternative Fakten“ eröffnet. Auch sind ein paar Szenen der Gedenkzeremonie mit den Gongschlägen, Fackeln anzünden und Ballonflug in dem Video zu sehen.

Am Internationalen Gedenktag für verstorbene Drogengebraucher*innen 2017 läutete die Punk-Band „Alternative Fakten“ das Bühnenprogramm an der Anlaufstelle von VISION e.V. in Köln Kalk ein. Das folgende Video zeigt den kompletten Auftritt der Band.
Punk zeichnet sich unter anderm dadurch aus, dass er laut, unangepasst und manchmal auch unbequem ist. Damit passt gerade dieser Akt hervorragend zu unserem Selbstverständnis. Die Verteidigung der Rechte von Drogen gebrauchenden Menschen war und ist noch immer eines unserer zentralen Anliegen. Menschenrechte müssen für alle Menschen Gültigkeit haben! Davon sind wir aber in vielen Fällen weit erntfernt. Diskriminierungen, Sonderbehandlungen, Ausgrenzung gehören zur alltäglichen Lebensrealität von Drogenkonsumenten. Sei es die Kameraüberwachung auf der Toilette der Suchtmedizinischen Praxis oder die „Stadtteilverbote“ für der Drogenszene zugeordnete Personen, die Liste der Beispiele ist viel zu lang.
In einer freien Gesellschaft haben auch jene ein Anrecht auf den öffentlichen Raum, die unangepasst sind und nicht in das Bild passen. Wie gerade mit denen umgegangen wird, die nicht in der Mitte der Gesellschaft stehen, ist entscheidend.
Solange ein menschenwürdiges Miteinander an dieser Stelle noch nicht funktioniert, wird VISION als Selbsthilfeinitiative weiterhin laut und unbequem bleiben, indem wir den Finger in die Wunde legen und Veränderungen einfordern.