NRW: 269 Drogentote im vergangenen Jahr – minus 16 Prozent

Die beiden Ministerien des Inneren und für Gesundheit haben am heutigen Donnerstag die aktuelle Statistik zum Drogenkonsum im vergangenen Jahr vorgestellt. Die Zahlen, die die Mitglieder der rot-grünen Landesregierung präsentierten, waren dabei überraschend erfreulich. Mit 269 im bevölkerungsreichsten Bundesland sank die Zahl der Drogentoten gegenüber dem Vorjahr um beachtliche 16 Prozent. Trotzdem wollen die Minister Barbara Steffen (Grüne) und Ralf Jäger (SPD) an Präventionsmaßnahmen festhalten. Der im vergangenen Jahr ermittelte Wert ist der niedrigste seit zehn Jahren, betonten die Verantwortlichen weiter. Am heutigen Donnerstag begehen die Verantwortlichen den „Tag der Drogentoten“.

„Es gibt keinen Grund zur Entwarnung. Wir bekämpfen die Rauschgiftkriminalität weiter konsequent. Jeder Drogentote ist einer zuviel“, erklärte Innenminister Jäger. Wichtig sei es daher, auch in Zukunft über die Gefahren des Drogenkonsums aufzuklären und vor dem Konsum solcher Stoffe ausdrücklich zu warnen.

Hauptursache bei den 269 Drogentoten im vergangenen Jahr sind Heroin und ihre Kombination mit anderen Suchtstoffen. Gegen den generellen Trend sind hingegen die Todesfälle durch den Konsum von Amphetaminen und Kokain angestiegen. Während 13 Menschen im vergangenen Jahr durch Amphetaminkonsum starben, waren es 2009 lediglich sieben. Das Alter der Rauschgifttoten steigt weiter an und lag 2010 bei durchschnittlich 38 Jahren. Das bedeutet, dass hauptsächlich Konsumenten und Konsumentinnen mit einer langjährigen Drogenkarriere sterben, so die Schlussfolgerung der Autoren.

Für die gesunkenen Zahlen der Drogentoten machte das Innenministerium auch die bisherige Präventionsarbeit mitverantwortlich. Begleitet werden die Kampagnen durch niedrigschwellige Präventions- und Hilfsangebote. „Das Land wird seine Anstrengungen verstärkt fortführen, um suchtgefährdete und suchtkranke Menschen möglichst frühzeitig mit passgenauen Hilfen aufzufangen“, versicherte Gesundheitsministerin Steffens. Steffens und ihr Ministerkollege zeigten sich zuversichtlich, dass Drogenkonsumräume als Errungenschaften erhalten bleiben. Sie sind ein zentraler Baustein im Hilfesystem der staatlichen Behörden in NRW. Im vergangenen Jahr nahmen fast 30.000 Drogenkonsumentinnen und -konsumenten an den Beratungs- und Behandlungsangeboten teil.

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