AIDS-Hilfe NRW: Diamorphinvergabe ist für Drogensüchtige Überlebenshilfe

Köln > Am kommenden Mittwoch wird in ganz Deutschland der nationale Gedenktag für verstorbene Drogengebraucher begangen. Anlässlich des Gedenktages fordert die AIDS-Hilfe NRW die flächendecke Sicherstellung der Regelversorgung Opiatabhängiger mit Diamorphin.

„Die Abgabe des Substitutionsstoffes Diamorphin ist anerkannter medizinischer Standard, hilft abhängigen Menschen zu überleben und muss auch in ländlichen Regionen und vor allem auch im Strafvollzug gewährleistet sein“, sagte Guido Schlimbach, Sprecher der AIDS-Hilfe NRW. Obwohl der Gesetzgeber und die Bundesärztekammer die Voraussetzungen zur Ausweitung der überlebenswichtigen Substitution geschaffen hat, bestünden vor allem im ländlichen Raum und im Strafvollzug erhebliche Versorgungslücken. „Zudem erschweren die vom gemeinsamen Bundesausschuss erweiterten Richtlinien die von der Bundesregierung gewünschte flächendeckende Diamorphinvergabe“, erläuterte Schlimbach. „Das verursacht nicht nur viel menschliches Leid, es steht der Prävention von HIV und Aids und anderer Sucht-Begleiterkrankungen entgegen.“

Ob genügend Kommunen in der Lage sein werden, in die Einrichtung von Diamorphinvergabestellen zu investieren und damit die notwendige flächendeckende Versorgung sicherzustellen, sei fraglich. Dies gelte leider auch für den Strafvollzug. Grundsätzlich hinderten vor allem ideologische Barrieren den flächendeckenden Zugang zur Substitution. „Die AIDS-Hilfe NRW nimmt den Gesetzgeber beim Wort und fordert Diamorphin für alle, die es benötigen, gleich wo sie leben“, erklärte Schlimbach. Aus Anlass des Gedenktags für die verstorbenen Drogengebraucherinnen und Drogengebraucher finden in Zusammenarbeit mit den Mitgliedsorganisationen der AIDS-Hilfe NRW auch in diesem Jahr wieder Veranstaltungen in über 40 Städten Deutschlands und weiteren in Dänemark, Großbritannien und den Niederlanden statt. In Deutschland hat die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Mechthild Dyckmans, die Schirmherrschaft des Gedenktags übernommen. In Köln wird von 11 bis 14 Uhr am Mittwoch eine Mahnwache auf dem Neumarkt abgehalten.

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