Gedenktag für Kölner Drogentote

Mehr Streetworker gefordert

69 Drogenabhängige sind vergangenes Jahr in Köln gestorben. Am Samstag gedachte das Selbsthilfe-Netzwerk JES (Junkies, Ehemalige, Substituierte) der Opfer. Mit Info-Ständen und Bands auf dem Pastor-Könn-Platz zogen die Mitglieder so die Aufmerksamkeit der Passanten auf ihre Forderungen, wie man die Lebensbedingungen für Süchtige verbessern könnte. Die bundesweite Organisation akzeptiert den Drogenkonsum ihrer Hilfesuchenden.
„Es sind mehr Ordnungskräfte unterwegs, die die Junkies von ihren Treffpunkten vertreiben“, sagt JES-Vorstand Marko Jesse. „Das führt nur dazu, dass sie sich in ihre privaten Räume zurückziehen.“ Sinnvoller sei es, mehr Streetworker einzusetzen, die sie über Drogenhilfsangebote informieren. „Sie könnten sie zum Beispiel an den sicheren Umgang mit Spritzen und Nadeln heranführen. So könnten Infektionen mit HIV oder Hepatitis C vermieden werden.“ Darüber hinaus sieht Jesse einen Mangel an psychosozialer Betreuung: Es fehlen etwa 1500 Plätze dieser Art in Köln.“
Auch die Situation von inhaftierten Abhängigen sei problematisch. Zwar werden auch ins Gefängnis Drogen geschleust, aber die Gefahr für die Gefangenen ist ungleich größer: „Häufig müssen sie bis zu drei Jahre lang dieselbe Spritze verwenden.“ (nah)

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