Drogentote als Mahnung an die Politik

„Junkiebund“ und Aids-Hilfe setzen sich für bessere Gesundheitsvorsorge ein

2003_07_22_rundschau_drogen.jpgEin symbolischer Sarg, eine Klagemauer und eine lange Kette mit den Namen Verstorbener sollten gestern am Rudolfplatz an die Kölner Drogentoten erinnern. Die Drogenselbsthilfe „Junkiebund Köln“ und die Kölner Aids-Hilfe hatten im Rahmen des Nationalen Gedenktags für verstorbene Drogengebraucher zum dritten Mal zu diesem Protest-, Aktions- und Trauertag aufgerufen.

Bernd Lemke, Gründer und Geschäftsführer des Junkie-bunds, verlas die Forderungen des Vereins, zu denen unter anderem die Verbesserung der Gesundheitsvorsorge (auch im Strafvollzug) und die Einrichtung von mehr Drogenkonsumräumen zählen. Auch Ossi Helling, der sozialpolitische Sprecher der Grünen, unterstrich in seiner Rede, wie groß der Bedarf an solchen Einrichtungen sei. Der eine Kölner Konsumraum für etwa 700 Schwerstabhängige reiche keineswegs aus. Helling forderte die Betroffenen auf, sich mit Briefen an die zuständigen Politiker für eine Ausweitung der Hilfsangebote einzusetzen. Die Veranstaltung unter der Schirmherrschaft des ehemaligen NRW-Drogenbeauftragten Hans A. Hüsgen solle vor allem dazu beitragen, die Menschenwürde hinter den Zahlen der Statistiken zu betonen.
Zur musikalischen Abrundung des Gedenktags und um einige der recht zurückhaltenden Passanten anzulocken, traten Bands und Künstler auf, die alle auf eine Gage verzichtet hatten. (kul)

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